Am vergangenen Wochenende machten sich sechs Kameraden der Bereitschaftsgruppe der Feuerwehr Lühnde, unterstützt von zwei Kameraden der Feuerwehr Groß Lobke, auf den Weg nach Sarstedt zum THW, um dort ein Ausbildungswochenende zum Thema Hochwasserschutz zu verbringen.

Bei bestem, fast schon zu warmen Wetter wurden ca. 26 Tonnen Sand auf unterschiedlichste Weisen in rund 2.000 Sandsäcke gefüllt. Mit selbstgebauten Trichtern, der Sandsackfüllmaschine der Stadt Sarstedt oder nur mit der Schaufel.

Am Freitag wurde in drei gemischten Gruppen dem Sandhaufen zu Leibe gerückt und im Rotationsbetrieb jede Füllvariante von den Gruppen ausprobiert, damit jeder die Besonderheiten einer jeden Füllvariante sowie deren Vor- und Nachteile einmal erfahren konnte. Mit Einbruch der Dämmerung waren alle Sandsäcke gefüllt und auf Paletten gestapelt, nur um ab Samstagvormittag nach einem Theorieblock wieder in verschiedenen Bauwerken ihren Platz zu finden.

Im theoretischen Teil wurden die Bauformen von Deichen, die daraus resultierenden Risiken im Hochwasserfall sowie die mit Sandsäcken zu ergreifenden Maßnahmen erläutert. Hinzu kamen noch Infos zum Gesundheitsschutz sowie zu allgemeinen Gefahren im Hochwassereinsatz.

Anschließend an die Theorie wurden drei verschiedene Aufgaben zum Deichschutz durchgeführt:

Als erstes wurde eine Auflast gebaut, welche auf der Binnenseite des Deiches errichtet wird, um ein Abrutschen des Deiches zu verhindern. Die zweite Aufgabe war das Errichten einer sogenannten Aufkadung, einem Sandsackwall auf der Deichkrone. Dieser wurde nach dem Errichten noch mit einer Folie versehen, um die Menge des durchsickernden Wassers noch weiter zu verringern. Als dritte Aufgabe wurde eine Quellkade errichtet, ein ringförmiger Sandsackbau um bereits entstandene Löcher im Deich nicht etwa zu verschließen, sondern um das austretende Wasser aufzustauen und mit dem entstandenen Gegendruck den Wasserfluss zu verringern. Wie sich im anschließenden Test der Quellkade zeigte, wurde gute Arbeit geleistet. Sie erfüllte ihren Zweck und zeigte eine wichtige Erkenntnis auf: Ein Sandsackwall ist nie ganz dicht, es sickert immer ein wenig Wasser hindurch. Entscheidend ist jedoch die Wassermenge auf ein beherrschbares Maß zu reduzieren.

Am Sonntag standen Sandsackersatzsysteme auf dem Plan, wie das “Aquariwa“ der Feuerwehr Sarstedt. Diese Systeme haben den Vorteil, dass sie mit weniger Personal und in geringer Zeit aufgestellt, jedoch nicht annähernd so universell eingesetzt werden können wie Sandsäcke. Zum Abschluss wurde gegrillt und es konnten noch viele Gespräche in gemütlicher Atmosphäre geführt werden.

Ein ganz herzlicher Dank geht an das THW Ortsverband Sarstedt für die tolle Kameradschaft. Die Kräfte der Feuerwehr wurden sofort in einem kameradschaftlichen Umfeld aufgenommen, die Unterschiede der Organisationen wurden aufgezeigt und erläutert, so dass neben den Inhalten viel von- und übereinander gelernt wurde und mit einer Menge Spaß die organisationsübergreifende Zusammenarbeit verbessert wurde, denn nur gemeinsam können wir bei Großschadenslagen einen wirksamen Bevölkerungsschutz erreichen.

Ein besonderer Dank geht an Christian Rathke, Markus Langenberg und Christian Hoffmann vom THW Ortsverband Sarstedt, die dieses Ausbildungswochenende geplant und durchgeführt haben. Wir freuen uns schon auf die nächste gemeinsame Ausbildung mit dem THW.

Sören Lüders


Die Rechte am Bild liegen beim teilweise beim THW Ortsverband Sarstedt, teilweise bei der freiwilligen Feuerwehr Lühnde.

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